|
|
|
|
|
|
Köngener Anzeiger vom 30.09.2004, Seite 20:
Altenheim in Nirmalagiri
Im christlichen "Old Age Home" Nirmalagiri werde ich mit einer bunten Blumengirlande erwartet
und vom Leiter des Altenheims begrüßt. Mit einem festen und herzlichen Händedruck
nehmen die 12 anwesenden Bewohner die als Geschenk mitgebrachten Bananen und Äpfel dankbar
entgegen. Für die Alten ist es in ihrem tristen Alltag ein großartiges Ereignis:
ein Deutscher kommt von so weit her gereist und besucht SIE!
Es folgt ein Rundgang durch das weit außerhalb der Stadt liegende Altenheim.
Sowohl das Speisezimmer als auch die nach Männer und Frauen getrennten Schlafsäle und
sanitären Einrichtungen sind äußerst primitiv, nach unseren Vorstellungen
farb- und lieblos eingerichtet. Ein Hauch von Luxus keimt nur im Fernsehzimmer - einem fast
leeren Raum mit einem alten, kleinen Fernsehgerät in der Ecke - und in der eigenen Kapelle auf.
Schön angelegt ist nur der Innenhof mit der Marienstatue.
Beim Abschied hänge ich einer der Frauen meine Blumengirlande um den Hals.
Sie ist außer sich vor Freude und so stolz, dass sie mir die Füße
küsst und mich auf den Knien bittet, für sie zu beten.
Mit bewegenden Eindrücken fahren wir mit dem Jeep los und lassen diese alten Menschen mit
ihrem armseligen Schicksal zurück.
Reiner Schmid
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|